6. Sonntag im Jahreskreis, 16. Februar 2020

Mysterium fidei – Geheimnis des Glaubens 

Der große Religionsphilosoph und Theologe Romano Guardini schreibt in seinem Buch Der Herr in Hinblick auf das Geschehen beim Letzten Abendmahl: „Was geschieht hier? Um den Sinn dieser Worte [die Wandlungsworte] haben fast zwei Jahrtausende gebetet und gedacht und gekämpft. Sie sind zum Zeichen einer Gemeinschaft geworden, heiliger und inniger als irgendwelche sonst; aber auch zum Zeichen einer tiefgehenden Trennung. Wenn wir also fragen, was sie bedeuten, wollen wir uns zuerst klar werden, wie wir sie nehmen wollen. Die Antwort kann nur lauten: ganz schlicht; so wie sie dastehen. Der Text meint genau das, was er sagt. Jeder Versuch, ihn „geistig“ zu verstehen, ist Ungehorsam und führt in den Unglauben. Wir haben nicht von uns aus zu bestimmen, was es heißen könne, damit er „reiner Christlichkeit“ entspreche; sondern ihn in verehrender Sorgfalt zu nehmen, wie er lautet, und von ihm zu erfahren, was christlich rein ist.

 

Als Jesus sprach und tat, wie hier berichtet wird, wusste Er, dass es um etwas von göttlicher Bedeutung ging. Er wollte also verstanden sein, und sprach so, wie Er verstanden sein wollte. Er hatte es nicht mit Symbolisten zu tun, sondern mit einfachen Männern, die nicht deuteln und vergeistigen, sondern Ihn wörtlich nehmen würden. …Auf dem Tisch hat der dahingegebene Leib des Lammes gelegen; die Speise des Alten Bundes. Sie können gar nicht anders, als das, was Er sagt, in derselben Richtung zu verstehen, nämlich wirklich. Kulthaft, geheimnisvoll wirklich, aber wirklich.

Gott sagt, was Er will; und was Er will, ist. Das Bild und das Maß dessen, was als „Vollendung seiner Liebe“ von ihm her sein kann (Joh 13,1), setzt nur Er.“

Eine gute Mitfeier der hl. Messe wünscht Ihnen
Ihr Pastor O. Dregger

Gottesdienste heute