3. Fastensonntag, 19. März 2017


Ja zu JEDEM Menschen – nicht nur zu Flüchtlingen

 Wir dürfen schon ein bisschen stolz sein, in einem Land zu leben, in dem politisch Verantwortliche und so viele Menschen bereit sind, sich für jene einzusetzen, die aus Not und Gefahr zu uns kommen und Zuflucht suchen.

Aber wir sollten uns nicht zu schnell auf die Schulter klopfen: Wir leben auch in einem Land, in dem am 10. Februar der Bundesrat auf Bitte der nordrhein-westfälischen Ministerin Löhrmann mehrheitlich beschlossen hat, die Bundesregierung aufzufordern, sich an einer Initiative der niederländischen Regierung („She decides“) zu beteiligen. Diese sieht vor, einen Fond zu errichten „zur Sicherstellung und Weiterführung derjenigen Beratungs- und Unterstützungsangebote für Frauen in Ländern des globalen Südens, deren Arbeit durch die Streichung der finanziellen Unterstützung durch die USA gefährdet ist.“ Was sind das für Beratungs- und Unterstützungsangebote?

 

Die gegenwärtige amerikanische Regierung hat eine Regelung wieder in Kraft gesetzt, die schon unter verschiedenen Vorgängerregierungen Geltung hatte: Dass nämlich die Organisationen von der US-Entwicklungshilfe ausgeschlossen sein sollen, die im Ausland Abtreibungen vornehmen oder bewerben. Diese sollen nun anscheinend von europäischen Steuerzahlern finanziert werden.

Ich bin stolz, in einem Land zu leben, das sich für Flüchtlinge einsetzt, aber ich bin tief erschüttert, Bürger eines Landes zu sein, in dem nicht nur über 100.000 Kinder jedes Jahr vor der Geburt umgebracht werden, sondern das vielleicht demnächst auch noch die vorgeburtliche Kindstötung in anderen Ländern finanzieren hilft.

Wir Christen sagen JA zu JEDEM Menschen; deswegen müssen wir auch hier die Stimme erheben. Wer tut es sonst?

Herzliche Sonntagsgrüße
Ihr Pastor O. Dregger

Lied des Monats

GL Nr. 272
„Zeige uns, Herr, deine Allmacht und Güte“