28. Sonntag im Jahreskreis, 15. Oktober 2017 


„Eingeladen zum Fest des Glaubens“?

Vielleicht erinnern sich einige an diesen Song des Weltjugendtages in Köln 2005.

Mit Blick auf das heutige Evangelium: Es ist schon gut, dass wir nicht glauben müssen, dass das Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl im Matthäusevangelium – jedenfalls in dieser Form – auf Jesus selbst zurückgeht.

(Muslime tun sich da im Umgang mit „Gewalttexten“ im Koran naturgemäß schwerer.)

Fragen: Warum lässt Matthäus anders als Lukas in diesem Gleichnis die Eingeladenen sich nicht nur entschuldigen, sondern die die Einladung überbringenden Diener umbringen, woraufhin der König voll Zorn deren Stadt in Schutt und Asche legt. Die Exegeten sagen: Matthäus wolle mit diesem Gleichnis die Heilsgeschichte deuten (er sehe möglicherweise die Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 durch die Römer z. B. als Folge der Nichtannahme des Evangeliums durch Israel). Was hat es auf sich mit dem, der kein hochzeitliches Gewand anhat und darum in die äußerste Finsternis geworfen wird? (nur Matthäus)

Lukas dagegen lässt den Vater im Gleichnis vom „verlorenen Sohn“ diesem ein festliches Gewand anziehen.

 

Als Provokation und Gedankenanstoß ein Text von Martin Bürkle:

„Man wird sich entscheiden müssen, mit wem man’s halten will. Will man’s halten mit dem „Abba“ des Mannes aus Nazareth, der dem Verirrten nachgeht, auf den Verlorenen wartet…, dem Vater Jesu Christi, der in ihm an seiner Liebe sterben und aus Liebe auferstehen wird und durch ihn einlädt zum Fest der Teilhabe an seiner Liebe? Oder will man’s halten mit dem Gott spätjüdischer-christlicher Apokalyptik, dem’s zu seiner höheren Ehre auf ein paar tausend Tote mehr nicht ankommt und der den verwirrten, ertappten, stotternden, unpassenden Außenseiter am Tisch der christlichen Gemeinde mit penetrantem Nachdruck der Folter preisgibt? Spricht da nicht mit spürbarer Genugtuung der „ältere Sohn“, der so genau weiß, dass er das richtige Kleid anhat? Das frisch gereinigte Kleid des Bekehrten, den seit jeher richtigen Anzug des Rechtschaffenen, das Gewand des Rechtgläubigen, das mit dem allein seligmachenden Schnitt…

Ich denke allen Ernstes, man muss sich entscheiden, ob man hier mit Matthäus mitkann.“

Josef Nüttgens
Pfr. i. R.

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Lied des Monats September

GL Nr. 482
„Die Kirche steht gegründet allein auf Jesus Christ“