3. Adventssonntag (Gaudete), 15. Dezember 2019

Zum Fest der hl. Luzia

 Am 13. Dezember ist der Gedenktag der hl. Luzia. In Schweden und anderen nordischen Ländern ist das Luziafest ein fester Bestandteil des adventlichen Brauchtums. Kinder in weißen Gewändern tragen einen Kerzenkranz auf ihrem Kopf durch die Dunkelheit und verweisen so auf die Heilige, deren Name „Die Leuchtende“ bedeutet.

Luzia lebte jedoch in einem ganz anderen Teil Europas. Sie wuchs im 3. Jahrhundert in Syrakus/ Sizilien auf. Dort erlitt sie in jungen Jahren unter Kaiser Diokletian das Martyrium. Schon bald wurde sie an vielen Orten verehrt; ihr Name ist fester Bestandteil des Römischen Messkanons, des 1. Hochgebetes der hl. Messe.

Faszinierend am Leben der hl. Luzia ist, dass in ihr das Geheimnis von Weihnachten aufleuchtet: Gott offenbart sich im Kleinen und Zerbrechlichen und Zarten. Die schwache Luzia lässt sich durch die Macht des Kaisers nicht schrecken; die Legende berichtet: obwohl man ihr die Augen aussticht, leuchtet in ihr ein Licht; als man sie in ein Bordell schleppen will, schafft es noch nicht einmal ein Ochsengespann, sie von der Stelle zu bewegen. Die Kleine und Schwache beschämt die Starken und Großen. Und wenn man Syrakus besucht, ist ihr die dortige Kathedrale geweiht: ein vormaliges Heiligtum der griechischen Kriegsgöttin Athene nun eine Kirche für ein kleines ermordetes Mädchen.

Was ist das für ein Gott, dem wir an Weihnachten in der Krippe begegnen, der seine Allmacht offenbart in einem Kind und dessen Herrlichkeit sich zeigt in seiner Verletzlichkeit?

 

Herzliche Sonntagsgrüße
Ihr Pastor O. Dregger

Gottesdienste heute