24. Sonntag im Jahreskreis, 16. September 2018


Zum Sonntag

Auf ihrer Frühjahrs-Vollversammlung 2014 hat die Deutsche Bischofskonferenz beschlossen, ein Forschungskonsortium mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige zu beauftragen („MHG-Studie“). Die Ergebnisse dieser Studie werden den Bischöfen am 25. September in Fulda vorgestellt. Das Erzbistum Köln wird sich anschließend um 15 Uhr im Rahmen einer Pressekonferenz äußern. Nach ersten Informationen hat es in den Jahren zwischen 1946 bis 2014 in allen deutschen Diözesen 1670 Täter gegeben.

Es ist für uns alle erschütternd, dass auch in der Kirche jungen Menschen solches Leid angetan wurde. Es ist wichtig sich vor Augen zu stellen: Es handelt sich immer um ein individuelles Leben, dem großer Schmerz zugefügt und das in seiner Würde tief verletzt wurde.

Zu Recht erfüllt uns das mit großer Trauer, und auch mit Wut, wenn wir feststellen, dass Leid hätte verhindert werden können, wenn man anders mit solchen Verbrechen umgegangen wäre.

 

Wir können Geschehenes nicht ungeschehen machen. Eines können wir jedoch tun: offen zu geschehenem Missbrauch und einem falschen Umgang damit stehen, Opfern, soweit möglich, Gerechtigkeit widerfahren lassen und durch entsprechende Präventionsmaßnahmen (wie z. B. in den kommenden Wochen in unseren Pfarreien) versuchen, Missbrauch zu verhindern oder rechtzeitig zu erkennen.

Es ist das mindeste, dass die Kirche diesen Beitrag leistet, um sich entschieden gegen ein gesamtgesellschaftliches und lange totgeschwiegenes Phänomen zu stellen.

Diese Vorfälle erschüttern bei nicht wenigen Katholiken ihr Vertrauen in die Kirche.

Es fällt vielen schwer, diese Kirche zu lieben, und dennoch sollen wir es tun, weil Christus, der alles kennt – auch unsere ganze Armseligkeit – diese Kirche liebt und sein Leben für sie hingeben hat. Wir werden ihm  nur dann näher kommen, ihm nachfolgen und verstehen können, wenn wir ihm in seiner Liebe gleichförmig werden.

Beten wir zuerst für die Opfer, dann aber auch für alle, die sich schuldig gemacht haben, und für die ganze Kirche in dieser schweren Zeit.

Ihr Pastor O. Dregger

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