3. Fastensonntag, 24. März 2019

Zum Evangelium LK 13, 1-9

„Gott sei Dank ein wenig unvernünftig“
(Ein etwas anderer Beitrag zum Thema: Gott und Vernunft)

Hat sich jemals jemand in den letzten Jahren gefragt, wie rentabel es ist, weiterhin jeden Sonntag mehrere Gottesdienste anzubieten, obwohl Betriebskosten wie auch manche Gottesdienstbesucher davongelaufen sind. Eine betriebswirtschaftliche Analyse vor einigen Jahren errechnete, dass Gottesdienste im Sinne einer Kosten-Nutzen-Rechnung schwer defizitär sind. Ich erinnere mich nicht mehr an die Summe der Kosten für jeden sonntäglichen Gottesdienstbesucher (Sach-, Personal-, Betriebs-, Instandhaltungskosten etc.), aber sie ist beachtlich.

Kein anderes Unternehmen könnte es sich leisten, so unvernünftig zu wirtschaften: soviel Aufwand bei ungewissem Ertrag.

 

Dass sich die Kirche (und das sind wir) diesen Luxus auch weiterhin leistet, ist eigentlich tröstlich. Denn das lässt erkennen, dass sie trotz allem letztlich ein Zeugnis gibt für die ganz andere Logik Gottes.

Denn Gott, so versichert uns Lukas im Evangelium dieses Sonntags, ist trotz der Kosten-Nutzen-Rechnung des Weinbergbesitzers unvernünftig genug, dem fruchtlosen Feigenbaum auf Bitten des Gärtners nochmals und nochmals eine Chance zu geben.

Das ist mehr als tröstlich. Denn nur wenn man zu jenen „Gerechten“ gehörte, die der Umkehr nicht bedürfen, könnte es einem egal sein, ob Gott gleich zur Axt greift, oder ob er es sich leistet, über betriebswirtschaftliche Vernunft erhaben zu sein (nach Josef Dirnbeck).

Im Übrigen gilt das auch für die Jugendlichen, die auf die Firmung und die Kinder, die auf die Erstkommunion vorbereitet werden, wenn man bedenkt, was alles in diese Vorbereitung investiert wird.

Herzliche Sonntagsgrüße
Josef Nüttgens,  Pfr. i. R.

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Gottelslob

Lieder des Monats Februar

GL  Nr. 134, 135 und 136