Fest der Taufe des Herrn, 12. Januar 2020

Die Eucharistiefeier ist Liturgie

Das Wort Liturgie kommt aus der altgriechischen Sprache und bedeutet Dienst des Volkes = öffentlicher/ amtlicher Dienst. Damit ist schon ganz Entscheidendes über die hl. Messe gesagt: wir machen, produzieren nicht die hl. Messe, sondern wir vollziehen einen amtlichen Dienst. Es geht in erster Linie nicht darum, dass wir etwas leisten, sondern Gott selbst schenkt uns die Feier der hl. Messe, damit wir durch sie ihn verherrlichen, ihm danken können und sein Heil empfangen. Indem wir die Liturgie vollziehen, wird unter uns Gottes Heil Gegenwart. Dass Liturgie nichts Selbstgemachtes ist wird z.B. daran deutlich, dass weder der Priester noch die Gemeinde die Riten und Gebete der Eucharistie erfinden, sondern sie im Messbuch (Missale) vorgegeben sind. Natürlich wird die Messe für uns fruchtbarer, wenn sie gut gestaltet ist und wenn wir mit ganzem Herzen daran teilnehmen und mitwirken, das Wunderbare ist aber, dass selbst dann, wenn ich müde, abgespannt, unkonzentriert bin, sich dennoch das Eigentliche ereignet, mir geschenkt wird.

 

Viele Menschen sagen mir: die Sonntagsmesse ist die einzige Stunde in der Woche, in der weder das Handy, die Email noch sonst irgendeine Anforderung auf mich Zugriff haben. Ich kann mich von der Liturgie tragen lassen. Sie ist ein Ort der Freiheit und des Aufatmens.

So kann man mit Romano Guardini auch sagen, die Liturgie sei ein hl. Spiel: wir schwingen uns ein in einen geregelten Ablauf, der uns wie eine Welle, die durch die Jahrhunderte geht, zu Gott und in die Gemeinschaft der Gläubigen hintragen will.

Aber was ist nun der Kern dieser Feier, worauf schwingen wir uns ein? Es ist das priesterliche Handeln Jesu Christi, sein Opfer. Wir als Gläubige sind Glieder seines Leibes, der Kirche. In der Eucharistie klinken wir uns sozusagen in das Leben Jesu, in seinen Tod und seine Auferstehung ein. Wir sollen in diese Dynamik hineingezogen werden. Wir vollziehen seine Hingabe mit, die uns mit Gott verbindet und uns so Heil schenkt und gleichzeitig, indem diese Heilstat Gottes gegenwärtig wird, Gott die höchste Ehre erweist.

Eine gute Mitfeier der hl. Messe wünscht Ihnen
Ihr Pastor O. Dregger

 

 

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