Ich bin die Auferstehung und das Leben.

Wer an mich glaubt, wird leben,
auch wenn er stirbt,

und jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird auf ewig nicht sterben.

3. Sonntag der Osterzeit, 30. April 2017


Zum Sonntagsevangelium Joh. 21, 1-14

Die Erzählung vom reichen Fischfang als Ostergeschichte ist ein nachdenkliches Kapitel am Ende des Johannesevangeliums. Der Alltag hat die Jünger wieder: die alte Umgebung, der alte Beruf, das alte Lied. Von Jesus keine Rede. „Ich gehe fischen.“, sagt Petrus und die anderen kommen mit. Die ganze dunkle Nacht arbeiten sie durch. An Einsatz mangelt es nicht. Umsonst – leere Netze. „Sie fingen nichts.“

Das also schon damals als alles begann! Und heute? Wir kennen das doch zu Genüge in unserer kirchlichen bzw. gemeindlichen Situation, nicht zuletzt in unserem persönlichen Leben. Da gibt es eine Menge Engagement und doch bleibt oft der Erfolg aus.- Zumindest der, den wir erwartet haben.

Die Jünger kommen mit den leeren Netzen im Morgengrauen zurück. Es steht jemand am Ufer und wartet auf sie. Sie werden auch in der Stunde des Misserfolgs erwartet. Zwar erkennen sie nicht, aber es dämmert ihnen. Ein neuer Tag bricht an. Es ist also noch nicht aller Tage Abend. Einer ist da, der Mut macht, die Netze erneut auszuwerfen.

 

Verständlich in dieser Erzählung auch, dass die Jünger Jesus erst erkennen, da sich der Erfolg einstellt. Am Ufer brennt ein Feuer. Das Mahl ist schon bereitet, ehe die Fischer mit ihrem Fang eintreffen. (Jesus hatte sie nach ihrem Misserfolg gefragt: “Habt ihr etwas zu essen?“ Sie mussten eingestehen: “Nichts.“) Sie werden also nicht mit ihrem eigenen Erfolg abgespeist. Es wäre ja auch trostlos, wenn wir nur vom Erfolg unserer Arbeit leben müssten. Natürlich dürfen sie dann auch ihren Erfolg mit einbringen. „Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt.“

Herzliche Sonntagsgrüße
Josef Nüttgens, Pfr. i. R.

 

Lied des Monats

GL Nr. 272
„Zeige uns, Herr, deine Allmacht und Güte“