7. Sonntag im Jahreskreis, 19. Februar 2017


Wir hören im Evangelium des 7. Sonntags: „Ihr habt gehört, dass gesagt wurde (Ex 21, 24): Auge um Auge, Zahn um Zahn…“ Das Recht der alten Kulturen beruhte auf dem Grundsatz der Wiedervergeltung; wer einem anderen einen Schaden zugefügt hatte, wurde mit der gleichen Schädigung bestraft. Diesen Grundsatz nennt man ius talionis, Talionsrecht = den Grundsatz der genauen Entsprechung von Tat und Strafe.

Jesus fordert Verzicht auf Wiedervergeltung: „Ich sage euch: widersteht dem Bösen nicht…“ Klar ist, dass man auf diesem Grundsatz keine staatliche Ordnung aufbauen kann. Er gilt für das Verhältnis des Jüngers zu den ihm begegnenden Menschen. „Wer dich auf die rechte Wange schlägt, dem halte auch die andere hin.“ Der Schlag auf die rechte Wange ist der besonders entehrende Schlag mit dem Handrücken. Der forderte geradezu Vergeltung.

Der Sinn unseres Wortes ist klar: Christen suchen für sich nicht Rache oder Vergeltung.

Als Jesus selbst geschlagen wird (Joh 18, 23) stellt er den, der ihm Unrecht tat, zur Rede. Dann aber duldet er schweigend Schläge, Bespucken, Dornenkrone.

„Er bot die Wange denen, die ihn rauften…“ (Jes 50, 6).

Herzliche Sonntagsgrüße
Peter Krischer, Subsidiar

Lied des Monats

GL Nr. 446
„Lass uns in deinem Namen, Herr, die nötigen Schritte tun“