6. Sonntag im Jahreskreis, 12. Februar 2017


Das Evangelium des Sonntags beginnt mit den Worten: „Glaubt nicht, ich sei gekommen, Gesetz und Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen aufzuheben, sondern zu erfüllen!“ Es folgen dann die sog. Antinomien, d. h. Sätze Jesu, die alttestamentliche Gebote „überbieten“.

Wie ist das oben genannte „erfüllen“ zu verstehen? Zunächst: Jesus weist es zurück, das mosaische „Gesetz“ (= tora) aufzuheben. Vielmehr: das Wort „erfüllen“ ist im Sinne von „auffüllen“ zu verstehen.

D.h. Mit dem Wort Mt 5, 17 nimmt Jesus in Anspruch, der endzeitliche Gottesbote zu sein, der die endgültige Offenbarung (das „Vollmaß“ der Offenbarung) bringt und darum absoluten Gehorsam fordert.

Wie aber sollen die so schweren Forderungen der Bergpredigt ( – Feindesliebe! -) überhaupt erfüllt werden können? Nicht der Verdienstgedanke, nicht das Spekulieren auf Lohn ermöglichen ein Leben nach der Bergpredigt. Vielmehr dort, wo die „Königsherrschaft Gottes“ beginnt, tritt ein neues Motiv des Handelns an deren Stelle:

Dankbarkeit für Gottes Güte.

Ein Beispiel: (Mt 6, 12) Gott vergibt uns alles, unsere ganze Schuld – also müssen auch wir einander vergeben (vgl Mt 18, 23 ff). Dies neue Motiv der Dankbarkeit befreit uns von uns selbst und macht uns großzügig.

Herzliche Sonntagsgrüße
Peter Krischer, Subsidiar

Lied des Monats

GL Nr. 446
„Lass uns in deinem Namen, Herr, die nötigen Schritte tun“