Hochfest Dreifaltigkeitssonntag, 16. Juni 2019

Diakon – zum Dienen berufen

Unser Herr Jesus Christus hat von sich selbst gesagt: „Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen.“  (Mt 20,28)

Dieses Wort hat die Kirche von den Zeiten der Apostel bis heute tief geprägt. Jedes Amt, das die Kirche zu vergeben hat, kann nur in der Haltung des Dienens, der Haltung Jesu, in rechter Weise verstanden und gelebt werden. Dies wird besonders deutlich im Dienst und Auftrag des Diakons. Dieses Amt geht direkt in die Zeit der Apostel zurück. Die Bibel bezeugt, dass die Gemeinde aus ihrer Mitte Männer „von gutem Ruf und voll Geist und Weisheit“ auswählte, sie vor die Apostel hintreten ließ und sie durch Gebet und Handauflegung zu diesem Dienst weihte.

In der Apostelgeschichte wird auch deutlich, dass dieses Dienstamt einen zweifachen Auftrag hat. Den Dienst an den Armen und Kranken, die materielle Versorgung der Witwen und Waisen, konkret die praktische Umsetzung des Gebotes der Nächstenliebe im Auftrag der kirchlichen Gemeinde. Der zweite Auftrag des Diakons, wie wir ihn in der Apostelgeschichte finden, ist ein missionarischer. Diakone verkünden das Wort Gottes und sie führen Menschen durch das Sakrament der Taufe in die Gemeinschaft der Kirche und die Freundschaft mit Christus.

 

Somit gilt der Dienst des Diakons dem ganzen Menschen. Er hat die leibliche und seelische Dimension des Menschen im Blick. Durch die leiblichen und die geistigen Werke der Barmherzigkeit dient er dem Menschen und lässt ihn so erfahren, was es bedeutet, von Christus geliebt zu sein und selber zu lieben, wie er uns geliebt hat.

Ein Wort des Weihbischofs bei meiner eigenen Diakonenweihe ist mir daher in lebendiger Erinnerung geblieben: „Das Diakonenamt ist keine Durchgangsstation auf dem Weg zum Priestertum. Man bleibt immer Diakon, ob als Priester, Bischof oder Papst.“ In der Nachfolge Jesu sind wir alle zum Dienen berufen. Der Apostel Petrus bringt es auf den Punkt: „Dient einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat.“ (1 Petr 4,10)

So freuen wir uns über die fünf jungen Männer, die sich an diesem Sonntag durch die Diakonenweihe von Christus in den Dienst nehmen lassen.

Ihr Pfarrer Thomas Müller

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