Aufbruch in die Zukunft: neue Nutzung von Marienkrankenhaus, Antoniushaus und Suitbertushaus

Am 31. Dezember dieses Jahres endet der Nutzungsvertrag des Verbunds Katholischer Kliniken Düsseldorf (VKKD) für die Gebäude des Marienkrankenhauses in Kaiserswerth, die sich im Besitz der Pfarrgemeinde St. Suitbertus befinden.

Damit endet eine fast 150jährige Geschichte der Krankenpflege, denn die Fortführung eines Krankenhausbetriebes in dem Gebäude ist aus baulichen und wirtschaftlichen Gründen nicht denkbar.

Gleichzeitig ergeben sich für die Kirchengemeinde und für ganz Kaiserswerth neue Chancen für die Zukunft. Der Kirchenvorstand hat als Ergebnis intensiver Beratungen in Zusammenarbeit mit der Erzdiözese ein Konzept erstellt, für das auch der Pfarrgemeinderat und der Ortsausschuss Kaiserswerth einstimmig votiert haben. Zudem wurden die zuständigen städtischen Stellen in die Überlegungen mit einbezogen.

  1. Die Kirchengemeinde plant, das Suitbertushaus, das bislang als Pfarrheim dient, an das Suitbertus-Gymnasium abzugeben. Diesbezügliche Prüfungen und Verhandlungen mit dem Erzbistum sind aber noch nicht abgeschlossen. Der Schule würden sich dadurch wichtige neue räumliche Möglichkeiten eröffnen. Zudem könnte das Suitbertushaus zu einem Ort werden, an welchem sich pfarrliche und schulische Jugendarbeit vernetzen und so Kirchengemeinde und Erzbischöfliches Gymnasium ihre gute Zusammenarbeit intensivieren – eine Investition in die jungen Menschen unseres Ortes.
  2. Das Pfarrheim zieht in das 1899 fertig gestellte Antoniushaus um, das bislang ein Teil des Krankenhauskomplexes ist. Damit wird die einmalige Chance genutzt, der Pfarrgemeinde endlich Versammlungsflächen und einen Treffpunkt zu schaffen, die in unmittelbarer Nähe zur Basilika liegen, um so Gottesdienst und das übrige Pfarrleben besser verbinden zu können. Zudem stellt sich die Kirchengemeinde ihrer Verantwortung für das Ortsbild und die historische Bausubstanz von Kaiserswerth, indem sie das denkmalgeschützte Gebäude zweckmäßig und solide saniert; so kann es neben der Basilika ein weiteres markantes Aushängeschild für die Katholische Kirche in Kaiserswerth werden.

Mit dem Umzug geht eine Flächenreduzierung einher: die Kirchengemeinde setzt sich ihrem heutigen Bedarf entsprechend und gemäß den Vorgaben von „Zukunft heute“ kleiner und stellt somit ihre Liquidität für die Zukunft sicher. Das Erzbistum Köln befürwortet diesen Umzug ausdrücklich und wird sich an den Kosten des Umbaues beteiligen.

Die Pfarrei steht zu den Menschen in Kaiserswerth. Deshalb sollen im Antoniushaus auch Bürgerbüro und Polizei untergebracht werden und somit ein zentrales Domizil erhalten. Mit Polizei, Bürgerbüro und Pfarrheim bleibt das Gelände ein lebendiger Ort im Herzen von Kaiserswerth. Die soziale Zielsetzung des vormaligen Marienkrankenhauses wird so in anderer Weise fortgeführt.

  1. Das Hauptgebäude des Marienkrankenhauses bleibt erhalten. Es soll jedoch an einen Investor abgegeben werden, der das Grundstück in Erbpacht von der Kirchengemeinde übernehmen wird. Im Rahmen eines Wettbewerbsverfahrens wird unter Beteiligung von Verantwortlichen der Stadt und des Erzbistums Köln ein Entwurf ermittelt, der das Gebäude und die Freianlagen an diesem sensiblen und für Kaiserswerth so wichtigen Ort am überzeugendsten gestaltet und nachhaltig weiterentwickelt. Die Kapelle des Krankenhauses wird profaniert. Die Tradition des Gebetes an dieser Stelle soll aber in einem Gebetsraum im neu gestalteten Antoniushaus weitergeführt werden.

Der Kirchengemeinde ist es wichtig, dass neben der Nutzung des Antoniushauses als Pfarrheim, Bürgerbüro und Polizeistation der soziale und caritative Aspekt, für den das Krankenhaus steht, weiter gestärkt wird. Aus diesem Grunde soll im Bereich der jetzigen Apotheke des Krankenhauses (auf der dem Krankenhaus gegenüberliegenden Seite der Straße An Sankt Swidbert), der Ende 2022 gleichfalls an die Pfarre zurückfallen wird, ein Projekt mit sozial-caritativem Charakter entstehen. Hier laufen zur Zeit erste Beratungen und Gespräche.

Die Kirchengemeinde ist überzeugt, dass sie mit den anstehenden Projekten, mit deren Umsetzung zeitnah begonnen werden soll, einen wichtigen Beitrag leistet für die Zukunft von Kaiserswerth und aller Menschen, die hier leben. Sie führt damit das fort, was der hl. Suitbertus durch sein Wirken vor über 1300 Jahren an diesem Ort begonnen hat.

Eine letzte feierliche heilige Messe im Marienkrankenhaus wird am kommenden Freitag, dem 8. November,  um 17 Uhr in der Kapelle des Krankenhauses gefeiert. Dazu möchte ich Sie alle herzlich einladen.

Rosenkranz, Abendmesse und eucharistische Anbetung entfallen aus diesem Grunde an diesem Tag in der Basilika.

O. Dregger, Pfarrer