Institutionelles Schutzkonzept der Pfarreiengemeinschaft Angerland - Kaiserswerth

Papst Franziskus betont immer wieder, „dass sexueller Missbrauch eine schreckliche Sünde ist, die völlig im Gegensatz zu dem steht, was Jesus Christus und die Kirche uns lehren“. Die Tatsache des Missbrauchs in den eigenen Reihen sei für die Kirche „eine sehr schmerzhafte Erfahrung gewesen“. Das Verschweigen und Wegschauen, das Leugnen und Verdrängen dieser Taten, die in allen gesellschaftlichen Milieus vorkommen, macht es den Opfern zusätzlich schwer, Gerechtigkeit und Hilfe zu finden. „Der Schutz von Kindern, Jugendlichen und schutzbedürftigen Erwachsenen habe ganz klar höchste Priorität für die Kirche unserer Zeit“, so Papst Franziskus. Um einen notwendigen Bewusstseinswandel herbeizuführen und es den Tätern so schwer wie möglich zu machen, wollen wir aus einer Grundhaltung der Wertschätzung und des Respekts für jeden Einzelnen gemeinsam an einer Kultur der Achtsamkeit mitwirken. Damit Kinder und Jugendliche in unseren Gemeinden eine sichere Heimat finden und durch unser Beispiel in Wort und Tat die Liebe Christi erfahren.

Daher ist das Thema „Prävention vor Gewalt und sexuellem Missbrauch“ für uns in der Pfarreiengemeinschaft Angerland / Kaiserswerth ein großes Anliegen, zumal wir vier Kindertagesstätten (KiTas) und eine große und gut frequentierte Kinder- und Jugendpastoral haben. Schon vor Jahren wurde das Thema in unserer Pfarreiengemeinschaft bearbeitet. Nach den ersten Schulungen der Hauptamtlichen wurden auch ehrenamtliche und nebenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen geschult. Wir sehen uns in der Verantwortung, sowohl mit den Kindern und Jugendlichen als auch deren Eltern vertrauensvoll umzugehen. Dazu zählt unserem Selbstverständnis nach die Ausein­andersetzung und Beschäftigung mit dem Thema „Gewalt und sexueller Missbrauch“.

Zunächst ließ sich Kaplan Müller durch das Erzbistum Köln zur Präventionsfachkraft ausbilden. Danach wurde ein Arbeitskreis mit Vertretern von 16 Gruppen und Institutionen unserer vier Pfarreien zusammengestellt, der etwa alle zwei Monate tagte. Nach jedem Treffen bekamen die Gruppenvertreter verschiedene Aufgaben, etwa die Risikoanalyse ihrer Gruppe, die Reflexion und ggf. Ergänzung eines Beschwerdemanagements in der eigenen Gruppe oder die Formulierung eines Verhaltenskodexes.

Die Aufgaben wurden bei den jeweiligen Erzieherinnentreffen der KiTas, in den Schützenbruderschaften und in den Leiterrunden diskutiert. Die Arbeitsergebnisse wurden schließlich zusammengetragen, in dem großen Arbeitskreis vorgestellt und im vorliegenden Institutionellen Schutzkonzept gebündelt.

Mit Hilfe der Erstellung des Schutzkonzeptes sollte reflektiert werden, wo in unserer Pfarreiengemeinschaft Sicherheitslücken bestehen und wo wir in den Gruppen und Einrichtungen etwas im Sinne der Kinder und Jugendlichen verbessern können. Dies sollte realitätsnah, transparent und partizipativ mit möglichst vielen Mitarbeitern und auch unter Einbeziehung von ausgewählten Eltern und Jugendlichen geschehen, um sicherzustellen, dass dieses Konzept auf die Praxis ausgerichtet ist. Dadurch sind die Abschnitte dieses Konzeptes sehr unterschiedlich geschrieben, denn sie geben jeweils authentisch und persönlich die Erfahrungen der Gruppen und Einrichtungen wieder.

Außerdem wurde von den Gruppen und Einrichtungen die Frage nach einem Regelwerk gestellt, das den sicheren Umgang mit Kindern und Jugendlichen klärt. Dabei wurde klar, dass es keinen für alle Gruppen und Einrichtungen gleichen Verhaltenskodex geben kann, sondern dass der notwendige Verhaltenskodex sich am entsprechenden Arbeitsfeld orientieren muss.

Schutzkonzept hier herunterladen: